Wie sag ich's meinem Kunden? Kein Online-Banking unter dieser Nummer.
Wie die Berliner Sparkasse Online-Banking sicherer machen wollte und 20 Prozent der Nutzer ihr Konto versehentlich gesperrt haben.

Wer liest schon gerne eine Gebrauchsanleitung, wenn es auch ohne geht: Die Nutzer der Berliner Sparkasse benutzen für das Online-Banking das gleiche System wie die meisten anderen Bankkunden in Deutschland.

Man gibt auf der Website erst seine Konto-Nummer und einen PIN ein und bestätigt jede Transaktion, zum Beispiel eine Überweisung, mit einer speziellen Geheimzahl aus einer Liste mit „Transaktionsnummern“, kurz: TANs.

Da TANs in letzter Zeit als unsicher in Verruf geraten sind, hat die Sparkasse wie viele andere Banken auf „iTANs“ umgestellt. Das Verfahren ist im Prinzip das Gleiche, allerdings sind die TANs jetzt durchnummeriert.

Die Bankwebsite fordert nicht mehr irgendeine TAN aus der Liste, sondern lässt sich beispielsweise die Überweisung mit der TAN Nr. 12 bestätigen. Damit soll es Eindringlingen schwerer gemacht werden, mittels geklauter TAN- Nummern in fremden Konten Geld hin und her zu überweisen.
 

Schon seit August verschickt die Berliner Sparkasse die neuen iTAN- Listen und im Januar hat sie die Kunden über die geplante Umstellung auf iTANs informiert: Im Kundenmagazin „Berliner Akzente“ stand im Artikel „Das Konto immer dabei“, was es mit den iTANs auf sich hat.

Seit Februar verschickte die Bank in Newslettern die Information, dass sie das Online-Banking von Mitte April an Schritt für Schritt auf die bereits verschickten iTAN- Listen umstellt. Wer bis März noch keine Liste erhalten hatte, bekam sie nun mit einem Info- Beileger zugeschickt. Ab April warnte ein roter Hinweis auf der Bank-Website: „Achtung das TAN- Verfahren wurde geändert!“

Das Ergebnis der Informationskampagne: 20 Prozent der Online-Banker haben auch noch im Mai ihre alten TANs beim eingegeben und so ihr Konto gesperrt.

In den Call- Centern laufen seither die Telefone heiß, neue Listen müssen verschickt werden. Warum die Kunden all die Warnungen übersehen haben, kann sich bei der Sparkasse niemand richtig erklären: „Viele unserer Kunden sind darauf fokussiert, schnell ins Online-Banking zu gelangen“, heißt es von der Pressestelle, „Sicherheitshinweise werden offensichtlich nicht von allen Nutzern wahrgenommen“.

Der Fall zeigt nach Ansicht von Markus Saller, Jurist bei der Verbraucherzentrale in Bayern, dass Kunden durch die Informationsflut in ihren Mailboxen und auf Websites nur noch das wahrnehmen, was sie gerade brauchen oder aus Angst vor Spam und Phishing Inhalte mit dem Verweis „Wichtig“ nicht öffnen.

Besonders auf E-Mail- Newsletter sollten sich die Banken nicht verlassen, denn die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren davor, mit der Bank per Mail zu korrespondieren.

„Der beste Weg zum Kunden ist eine fachliche Information per Post - aber dann darf es keine Hochglanz-Broschüre sein, sonst sieht es nach Werbung aus“, mein Saller und Werbung sortieren viele Kunden sofort aus. Auch der Zeitraum war wohl schlecht gewählt: Wer von den Kunden schon im August 2005 über die Umstellung informiert wurde, hatte es bis zum April 2006 unter Umständen einfach schon vergessen.

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