Wer liest schon gerne eine Gebrauchsanleitung, wenn es auch
ohne geht: Die Nutzer der Berliner Sparkasse benutzen für das
Online-Banking das gleiche System wie die meisten anderen Bankkunden in
Deutschland.
Man gibt auf der Website erst seine Konto-Nummer und einen PIN ein und
bestätigt jede Transaktion, zum Beispiel eine Überweisung, mit einer
speziellen Geheimzahl aus einer Liste mit „Transaktionsnummern“, kurz:
TANs.
Da TANs in letzter Zeit als unsicher in Verruf geraten sind, hat die
Sparkasse wie viele andere Banken auf „iTANs“ umgestellt. Das Verfahren
ist im Prinzip das Gleiche, allerdings sind die TANs jetzt
durchnummeriert.
Die Bankwebsite fordert nicht mehr irgendeine TAN aus der Liste, sondern
lässt sich beispielsweise die Überweisung mit der TAN Nr. 12 bestätigen.
Damit soll es Eindringlingen schwerer gemacht werden, mittels geklauter
TAN- Nummern in fremden Konten Geld hin und her zu überweisen. |
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Schon seit August verschickt die Berliner Sparkasse die neuen iTAN-
Listen und im Januar hat sie die Kunden über die geplante Umstellung auf
iTANs informiert: Im Kundenmagazin „Berliner Akzente“ stand im Artikel
„Das Konto immer dabei“, was es mit den iTANs auf sich hat.
Seit Februar verschickte die Bank in Newslettern die Information, dass
sie das Online-Banking von Mitte April an Schritt für Schritt auf die
bereits verschickten iTAN- Listen umstellt. Wer bis März noch keine
Liste erhalten hatte, bekam sie nun mit einem Info- Beileger
zugeschickt. Ab April warnte ein roter Hinweis auf der Bank-Website:
„Achtung das TAN- Verfahren wurde geändert!“
Das Ergebnis der Informationskampagne: 20 Prozent der Online-Banker
haben auch noch im Mai ihre alten TANs beim eingegeben und so ihr Konto
gesperrt.
In den Call- Centern laufen seither die Telefone heiß, neue Listen
müssen verschickt werden. Warum die Kunden all die Warnungen übersehen
haben, kann sich bei der Sparkasse niemand richtig erklären: „Viele
unserer Kunden sind darauf fokussiert, schnell ins Online-Banking zu
gelangen“, heißt es von der Pressestelle, „Sicherheitshinweise werden
offensichtlich nicht von allen Nutzern wahrgenommen“.
Der Fall zeigt nach Ansicht von Markus Saller, Jurist bei der
Verbraucherzentrale in Bayern, dass Kunden durch die Informationsflut in
ihren Mailboxen und auf Websites nur noch das wahrnehmen, was sie gerade
brauchen oder aus Angst vor Spam und Phishing Inhalte mit dem Verweis
„Wichtig“ nicht öffnen.
Besonders auf E-Mail- Newsletter sollten sich die Banken nicht
verlassen, denn die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren davor, mit
der Bank per Mail zu korrespondieren.
„Der beste Weg zum Kunden ist eine fachliche Information per Post - aber
dann darf es keine Hochglanz-Broschüre sein, sonst sieht es nach Werbung
aus“, mein Saller und Werbung sortieren viele Kunden sofort aus. Auch
der Zeitraum war wohl schlecht gewählt: Wer von den Kunden schon im
August 2005 über die Umstellung informiert wurde, hatte es bis zum April
2006 unter Umständen einfach schon vergessen. |